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Unsri Heimet

Unsri Heimet – do sin m'r d'heim ! Das Elsass, unsri Heimet !

Ist Deutsch im Elsass eine Fremdsprache ?

Posted on septembre 12th, 2012 by Klapperstein

Presserundschau Drei neue zweisprachige Kindergartenklassen im St. Amarintal

Der mühsame Kampf des Elternvereins APEPA diesen Sommer im St. Amarintal (Oberelsaß) – wir berichteten – hat sich doch schließlich einigermaßen gelohnt: drei Kindergartenklassen durften diesen September im südelsässischen Vogesental öffnen. Zwei in St. Amarin und eine in Moosch. Bisher gab es keine.
In Urbeis und Odern dagegen wurden die von den Eltern gewünschten Klasseneröffnungen von der französischen Schulbehörde (Rektorat) leider nicht genehmigt, obwohl genügend Kinder vorangemeldet worden waren: 21 in Urbeis und 17 in Odern.

José Schruoffeneger, Bürgermeister der Gemeinde Moosch, erklärte etwas unbedarft seine Unterstützung für die neue Klasseneröffnung: « … In der heutigen Welt ist es dringend, daß die Kinder Fremdsprachen lernen und ich freue mich über diese Klasseneröffnung in Moosch ». Anscheinend ist der Herr Bürgermeister mit dem so schön deutsch klingenden Namen schon so akkulturiert, daß er nicht einmal weiß, daß Deutsch im Elsaß keine Fremdsprache ist.

Der St. Amariner Bezirkstagsabgeordnete Jean-Jacques Weber zeigte sich ebenfalls optimistisch und kämpferisch: « Wenn man bedenkt, daß es bisher nichts zwischen Thann und Wildenstein gab, sind diese drei Klasseneröffnungen freilich eine gute Sache. Außer daß zwei Standorte (Urbeis und Odern) nicht berücksichtigt wurden. Das geht nicht… »

Quelle : Neues Elsaß-Lothringen 

Zweisprachige Schilder : Mülhausen zeigt wie es geht!

Posted on juin 13th, 2012 by Klapperstein

Die oberelsässische Metropole Mülhausen war vor zwanzig Jahren nach dem Wahlsieg 1989 des gemäßigten Sozialisten Jean-Marie Bockel die erste größere elsässische Stadt, die unter der Leitung von Evelyne Schmitt-Troxler(1) zweisprachige Straßenschilder einführte.

Am 23. März 1991 wurden die ersten zweisprachigen Schilder in der Wildemannsgasse(2) eingeweiht. Es war das erste Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, daß die einheimischen deutschen Straßennamen auch amtlich zum Vorschein kamen. Auch wenn diese Schilder — aus Angst vor der eigenen Sprache! — nicht auf Hochdeutsch sondern uf Milhüserditsch sind, obwohl der Ausschuß ursprünglich eher Schilder auf Hochdeutsch aufbringen wollte. Damals bevorzugte man letztendlich die Mundart, um etwaige „deutsch-feindliche Ressentiments in Teilen der Bevölkerung nicht zu verletzen“. Selbstverständlich klingt „Wildemannsgass“ gleich französischer als „Wildemannsgasse“, oder? Zumindest ist uns beim Milhüserditsch die eigenartige Graphie von Eugen Fallot-Landsmann erspart geblieben(3).
Viele andere Gemeinden folgten dem Vorbild Mülhausens und ließen ihrerseits ebenfalls zweisprachige Straßenschilder anbringen; erst waren es Kleinstädte, die — wie Mülhausen und die Landeshauptstadt Straßburg — soeben von einer roten bzw. rot-grünen Mehrheit erobert wurden. Später kamen auch schwarz- und in Einzelfällen sogar auch neo-gaullistisch regierte Gemeinden hinzu.

Diese Politik birgt freilich weitere Widersprüche in sich: offiziell dient die Zweisprachigkeit einer Annäherung an die BRD und man demonstriere dadurch die Bereitschaft, sich den „fremden“ Bundesdeutschen gegenüber zu öffnen und läßt daher zweisprachige Schilder anbringen, die aber nicht auf Hochdeutsch sondern phonetisch in der Mundart verfaßt sind, als ob die badische Mundart (ist eigentlich das gleiche wie die elsässische!) drüben in Baden Amtsprache, pardon Ámtsproch, wäre und es das Hochdeutsche gar nicht gäbe…
Offiziell hieß es früher, das Elsässische sei kein Deutsch sondern eine eigenständige Sprache. Inzwischen glauben es nur noch viele Elsässer selbst, denen die Sprachbildung fehlt um zu verstehen, was eine Sprache und was ein Dialekt ist und bei denen die amtliche Anerkennung des Deutschen als die Sprache Elsaß-Lothringens durch die französischen Behörden — Rektorat, Regionalrat und Bezirkstage voran — noch nicht angekommen ist. Manche bestreiten dies sogar heftig.
20 Jahre später sind in Mülhausen ca. 109 Straßen — vorwiegend in der Altstadt aber nicht nur — zweisprachig beschildert.

Die oberelsässische Metropole behält auch weiterhin ihre Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Zweisprachigkeit und der Deutschsprachigkeit, denn sie ist nun die erste Stadt — wenn nicht die erste Gemeinde überhaupt — in Elsaß-Lothringen, deren Verwaltung sprich Gemeinderat den Mut besitzt, zweisprachige Schilder Französisch/Hochdeutsch anbringen zu lassen. Dies ist ein regelrechter Präzedenzfall und erstmalig seit dem Wiedereinmarsch französischer Soldaten in unsere deutsche Heimat.

Natürlich sind diese neuen Schilder selbstverständlich (noch) nicht flächendeckend in der gesamten Stadt, jedoch so sehr in der Innenstadt verbreitet, daß sie auffallen. Sowas war bis jetzt in ganz Elsaß-Lothringen praktisch undenkbar und viele haben es erst geglaubt, wenn sie die Fotos davon gesehen haben!

Ferner gibt es auch einige Fehler, die darauf deuten ließen, daß nicht die althergebrachten einheimischen deutschen Bezeichnungen von ortskundigen Personen benutzt wurden, sondern, daß man ein x-beliebiges Übersetzungsbüro womöglich sogar im französischen Ausland mit der Übersetzung aus dem Französischen ins Deutsche beauftragt habe, ohne dieses darüber aufzuklären, daß es für all das  Zeug schon deutsche Bezeichnungen gibt, die man nicht unbedingt neu erfinden muß…
So erscheint nun die Barfüssergasse, die seinerzeit im 19. Jahrhundert ins Französische — eigentlich richtig! — als „Rue des Franciscains“ übersetzt wurde, auf dem zweisprachigen Straßenschild (Französisch/Mundart) als „Rue des Franciscains/Barfuessergass“ und auf den neuen Hinweisschilder (Französisch/Hochdeutsch) als „Rue des Franciscains/Franziskaner Straße“. Wie sonst kann man erklären, daß die Barfüssergasse zur Franziskaner Straße (!) wurde, was grammatisch betrachtet auch falsch ist, denn es hieße dann Franziskanerstraße…?

(1)  Tochter des elsässischen Dichters Tony Troxler
(2)  frz. Rue du Sauvage
(3) sonst hätte es wohl „Vîltämånzgôss“ oder ähnlich heißen können…

Quelle :  Neues Elsaß-Lothringen

Redet Eure Muttersprache, „wia d‘r Schnawel gwachse esch“.

Posted on juin 10th, 2012 by Klapperstein

Gedanken eines noch nicht kolonisierten Elsässers

Die Jahre folgen sich und gleichen sich, wie auch in Frankreich die Präsidenten der Republik sich gleichen, die auf einem Gebiet eine Ähnlichkeit haben, und zwar es sind alles Jakobiner.
Die Franzosen wählten bisher nur Jakobiner zum Staatsoberhaupt. Ja, liebe Elsässerinnen und Elsässer, welcher Präsident der 5. Republik ist denn keiner gewesen? Natürlich gibt es Unterschiede. Bei einem kommt dieses Jakobinertum mehr zum Ausdruck als bei einem anderen.

Diese geistige Haltung macht sich bemerkbar durch ihr Benehmen und ihre Äußerungen. Das Benehmen ist oft geprägt durch Überheblichkeit, auch durch Intoleranz sowie durch ein eingebildetes Sendungsbewußtseins anderen Völkern gegenüber. Da sie immer glauben, andere Völker mit ihrer jakobinischen Ideologie belehren zu müssen. Sie halten sich für bessere Menschen.

Das hat dazu geführt — und die Geschichte hat es bewiesen —, daß in allen Ländern, die das Opfer der französischen Kolonisierung wurden, dieses Auftreten der französischen „Herrenrasse“ beigetragen hat die Atmosphäre zu verschlechtern. Ohne von der wirtschaftlichen Ausbeutung dieser Länder und Völker oder von der Besitzergreifung der wichtigsten Posten in Verwaltung und Wirtschaft zu sprechen. Diese Feststellung ist natürlich und berechtigterweise auch übertragbar auf die sich angeeigneten Gebiete, die im Laufe der Jahrhunderte dem jakobinischen Frankreich, das nach Ausdehnung strebte, in die Hände fielen.

Unsere Überlegungen sind die Folgen dieser Kolonisierung unseres Landes, die besonders seit 1945 solche Ausmaße angenommen haben, die unseren gerechten Kampf der Selbsterhaltung unseres Daseins also unseres elsässischen Volkes immer schwieriger werden lassen. In den Nachkriegsjahren galt es die Elsässer, sowie auch die Deutschlothringer, einzuschüchtern und gefügig zu machen. Durch diktatorische Maßnahmen, Verordnungen und Geschichtsfälschung sind die Elsaß-Lothringer entwurzelte Menschen geworden.

Ihrer Sprache enteignet, ihrer Identität verlustig, geistig und seelisch verarmt, so sieht die traurige Lage in diesem Zeit aus. Nur wenige haben bis jetzt den Mut und die Charakterstärke bewahrt und diesem ungeheuren Druck standgehalten. Wir schreiben das Jahr 2009 und der Völkermord geht weiter. Die Mörder sind unter uns und haben Selbstmörder unter uns gezüchtet, die aus Unbewußtheit bzw. aus Feigheit den Ast absägen, auf dem sie selber sitzen. Das ist kein Pessimismus, sondern traurige Wirklichkeit. In den Schulen beginnt es schon; die Kinder werden dort schon manipuliert.

Wir läuten die Alarmglocke. Wacht auf! Es ist fünf vor zwölf! Es heißt, sich aufzuraffen um zu retten, was noch von unserer jahrhundertealten Kultur übrig bleibt.

Dies ist nicht nur ein Wunsch, sondern ein Aufruf an alle heimatbewußten Landsleute, mitzuhelfen unserer Muttersprache den Platz zurückzuerobern, die ihr gebührt. Also alle ans Werk! Redet Eure Muttersprache, „wia d‘r Schnawel gwachse esch“.

Jacques Kauffmann, Jänner 2009

Quelle :  Neues Elsaß-Lothringen

Ohne Rom in die Zukunft

Posted on mai 3rd, 2012 by Klapperstein

Presserundschau „Ohne Rom in die Zukunft“ : 6000 demonstrierten für Südtirols Freiheit

Um die 6000 Südtiroler nahmen am 14. April an einem „Freiheitsmarsch“ unter dem Motto „Ohne Rom in die Zukunft“ teil.

Angesichts der Bestrebungen Roms, die Südtiroler Autonomierechte immer mehr zu beschneiden, wird der Ruf nach einer Unabhängigkeit von Italien südlich des Brenners in den letzten Monaten lauter. So organisierten der Südtiroler Schützenbund am 14. April einen „Freiheits-marsch“ in der Landeshauptstadt Bozen, an dem sich um die 6000 Teilnehmer (aus ganz Tirol) beteiligten.

In der „Freiheitsrede“, die der Landeskommandant des Schützenbundes, Elmar Thaler, in Anwesenheit von LAbg. Sven Knoll, LAbg. Eva Klotz (beide „Süd-Ti-roler Freiheit“) und des FP-Südtirol-Sprechers Werner Neubauer hielt, hieß es u. a.: „93 Jahre nach der gewaltsamen Abtrennung unserer Heimat vom Vaterland Österreich wollen wir uns die Forderung unserer Vorfahren zu eigen machen und der Welt zurufen: Es ist unser Wunsch und Wille, daß unser Heimatland Südtirol, das aus sprachlichen, kulturellen und historischen Gesichtspunkten nicht dem italienischem Kulturraum angehört, über seine Zukunft selbst entscheidet. Durch einen internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, (…) ist das Recht auf Selbstbestimmung eindeutig festgeschrieben. (…) Wir fordern deshalb die Unabhängigkeit und Freiheit und den Südtiroler Landtag dazu auf, alles notwendige in die Wege zu leiten“

So deutlich wurde diese Forderung der deutschen Südtiroler in den letzten Jahrzehnten nur selten öffentlich ausgesprochen.

„So wie im Sommer 1989 echte Grenzen in Deutschland fielen, werden auch die Grenzen, die heute noch Tirol spalten, fallen. Ohne einen Schuß, ohne einen Bürgerkrieg“, so Thaler weiter, „Wir sind zusammengekommen, um nach Jahrzehnten der Abhängigkeit von einem fremden Staat friedlich und im Geiste europäischer Einigkeit, die nächsten Schritte für eine erfolgreiche und sichere Zukunft unseres Landes einzufordern“

Gundwin Volkmann

Quelle :  Neues Elsaß-Lothringen

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