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Unsri Heimet

Unsri Heimet – do sin m'r d'heim ! Das Elsass, unsri Heimet !

Das Geheimnis der Götter

Posted on mai 26th, 2010 by Klapperstein

On dit de Sartre qu’il était un génie littéraire. Nous voulons bien le croire. Mais nous savons aussi qu’il était un fertiga Dollwäck, assez stupide pour prendre les vessies soviétiques pour des flambeaux de la liberté. Pendant des années il a défendu de toutes ses forces la grande idée et la grande prison communiste. C’est certainement pour cela qu’il est l’intellectuel français par excellence. Il s’égare dans sa vision théorique et moralisante de la liberté, et est presque conduit mécaniquement à prendre fait et cause pour ce qui s’y oppose le plus.

Les dieux sont assurément taquins, puisque dans ce texte extrait de la pièce de théâtre Les Mouches, où il est justement question des dieux et de leurs secrets, Sartre expose avec brio les mécanismes de la tyrannie, qui ne peut préserver son pouvoir que par le biais du grand cirque idéologique (dans la pièce la religion) qui endort les hommes en leur faisant oublier leur propre liberté, et cela même à l’aide de leur  propre complicité.

Au regard du grand cirque électoral contemporain, on pourrait dire également que les hommes ont l’illusion du choix, alors qu’ils ne choisissent que d’accepter docilement ce qu’on leur impose, on appel alors cela leur liberté. Le plus effrayant est que cette acceptation est aussi un véritable choix. Même s’il est basé sur la duperie. Un marché de dupe reste un marché.

Mais revenons à notre grand intellectuel dont le texte original n’aura pas ici été préféré à sa version allemande. Ne nous demandez surtout pas pourquoi. Il est parait-il d’impénétrables voies :

Jupiter . — Seh mich an. (Lange Pause.) Ich habe dir gesagt, daß du nach meinem Bilde erschaffen bist. Beide sorgen wir fur Ordnung, du in Argos, ich in der Welt ;  und  dasselbe  Geheimnis lastet schwer auf unseren Herzen.

Ägisthos . — Ich habe kein Geheimnis.

Jupiter . — Doch. Dasselbe wie ich. Das schmerzliche Geheimnis der Götter und der Könige: daß nun einmal die Menschen frei sind. Sie sind frei Ägisthos. Du weißt es, und  sie wissen es nicht.

Ägisthos . — Gei Gott ! Wenn sie es wüßten, würden sie Feuer an alle vier Ecken meines Palastes legen. Seit fünfzehn Jahren schon spiele ich Komödie, um ihnen ihre Macht   zu maskieren.

Jupiter . — Siehst du : wir sind einander ähnlich.

Ägisthos . — Ähnlich ? Durch welche Ironie könnte ein Gott von Ähnlichkeit mit mir sprechen? Seitdem ich herrsche, zielen alle meine Worte und Taten darauf ab, meinem Bild Gestalt zu geben ; ich fordere, daß jeder meiner Untertanen es in sich trage und daß er, bis in die Einsamkeit hinein, meinen strengen Blick auf seinen geheimsten  Gedanken lasten fühle. Nun aber bin ich selbst mein erstes Opfer : ich sehe mich nur noch, wie sie mich sehen, ich beuge mich über den klaffenden Brunnen ihrer Seelen und mein Bild schwebt da, ganz in der Tiefe, es ekelt mich an und bezaubert mich. Allmächtiger Gott, was bin ich anderes als die Angst, welche die anderen vor mir haben ?

Jupiter. — Wer glaubst du denn, daß ich bin ? (Auf die Statue weisend.) Auch ich habe mein Bild. Glaubst du, daß mir davor nicht schwindelt ? Seit hunderttausend Jahren tanze ich vor den Menschen. Einen langsamen und schaurigen Tanz… Sie müssen mich ansehen : solange sie ihre Augen auf mich heften, vergessen sie, in sich selbst hineinzublicken. Wenn ich mich auch einen Augenblick vergäße, wenn ich ihre Blicke abschweifen ließe…

Ägisthos. — Was dann ?

Jupiter. — Laß gut sein. Das geht nur mich an. Du bist müde, Agisthos, aber worüber beschwerst du dich ? Du wirst sterben. Ich nicht. Solange es Menschen auf dieser Erde gibt, bin ich dazu verurteilt, vor ihnen zu tanzen.

Ägisthos. —Ach ! Wer hat uns denn dazu verurteilt ?

Jupiter. — Niemand anders als wir selbst ; denn wir haben dieselbe Leidenschaft. Du liebst die Ordnung, Ägisthos.

Ägisthos. — Die Ordnung. Ja, das stimmt. Der Ordnung zuliebe habe ich Klytemnästra verführt. Der Ordnung zuliebe habe ich meinen König getötet ; ich wollte, daß Ordnung herrscht, und daß sie durch mich herrscht. Ohne Verlangen, ohne Liebe, ohne Hoffnung habe ich gelebt : ich habe für Ordnung gesorgt O furchtbare und göttliche Leidenschaft !

Jupiter. — Wir könnten gar keine andere haben : ich bin Gott und du zum König geboren.

Ägisthos. — Leider !

Jupiter. — Ägisthos, mein Geschöpf und mein sterblicher Bruder, im Namen jener Ordnung, der wir beide dienen, gebe ich dir den Befehl : bemächtige dich des Orest und seiner Schwester.

Ägisthos. — Sind sie so gefährlich ?

Jupiter. — Orest weiß, daß er frei ist.

Ägisthos (aufbrausend). — Er weiß, daß er frei ist. Dann genügt es nicht, ihn in Ketten zu legen. Ein freier Mensch in einer Stadt ist wie ein räudiges Schaf in einer Herde. Er wird mein ganzes Königreich verseuchen und mein Werk zugrunde richten. Allmächtiger Gott, worauf wartest du, um ihn mit deinem Blitz zu erschlagen ?

Jupiter (langsam). — Um ihn zu erschlagen ? (Pause. Müde und gebeugt). Ägisthos, die Götter haben ein anderes Geheimnis…

Ägisthos. — Was willst du mir mitteilen ?

Jupiter. — Wenn einmal die Freiheit in einer Menschenseele zum Ausbruch gekommen ist, vermögen die Götter nichts mehr gegen diesen Menschen. Denn es ist eine menschliche Angelegenheit, und es liegt nun an den anderen Menschen — und an ihnen allein — ihn laufen zu lassen oder ihn zu erwürgen.

Ägisthos (ihn anschauend). — Ihn zu erwürgen ?… Gut so. Ich werde dir freilich gehorchen. Aber füge nichts mehr hinzu und verweile nicht langer hier, denn ich könnte es nicht aushalten.

Jean-Paul Sartre, Theater : Die Fliegen, Akt II, Szene 5

Texte original, version française

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