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Schottland & Katalonien: Herbst der Freiheit?

Posted on août 20th, 2014 by Klapperstein

Seit dem 18. Jahrhundert befinden sich Schottland und Katalonien im Staatsverbund mit Großbritannien, bzw. Spanien. Beide Regionen mussten Repressionen aus den neuen Hauptstädten hinnehmen und erfuhren in den letzten Jahrzehnten einen Emanzipationsschub, der mit einigen Zugeständnissen einher ging. In diesem Herbst entscheiden die Bürger über die Zukunft ihrer Regionen.

Am 18. September dürfen die Schotten darüber abstimmen, ob sie weiterhin Teil des Vereinigten Königreichs bleiben, oder lieber in einem unabhängigen schottischen Staat leben wollen. Bei den Katalanen, die am 9. November zur Abstimmung über die Zukunft der Region aufgerufen sind, streiten sich Regional- und Staatsregierung noch über die Legitimität derselben. Für jene Zugeständnisse die London bereit war zu geben ist man in Madrid noch lange nicht bereit.

Schottland, welches nach jahrhundertelangen Kämpfen im Jahr 1707 Teil des Vereinigten Königreichs wurde, erhielt nach massivem Drängen der schottischen Nationalisten im Jahr 1997 nicht nur ein gewisses Maß an Autonomie in der Bildungs-, Gesundheits- und Umweltpolitik zugesprochen, sondern ab 1999 auch ein eigenes Regionalparlament, in dem die seperatistisch-linksliberale Scottish National Party (SNP) bei den letzten beiden Wahlen stärkste Kraft wurde. Am 15. Oktober 2012 konnten die Schotten mit der britischen Regierung eine Vereinbarung erzielen, wonach die Schotten im Jahr 2014 ein Referendum über die Unabhängigkeit von London abhalten dürfen, was den Engländern jedoch sauer aufstößt. Geht es nach den schottischen Vertretern, soll das Land dann schon am 24. Januar 2016 unabhängig sein.

In Katalonien, welches im Jahr 1714 unter die Herrschaft der spanischen Krone gelangte, musste die Bevölkerung unter Franco massive kulturelle Repressionen erdulden. Wie die anderen Regionalsprachen auch wurde die katalanische Sprache verboten. Zwar räumte Madrid Katalonien nach dem Tod Francos in der ersten demokratischen Verfassung von 1978 einige Autonomierechte ein, doch den Menschen ist dies zu wenig. Bei den Regionalwahlen haben die seperatistischen Parteien stets eine Mehrheit der Stimmen hinter sich. Allerdings will die spanische Zentralregierung das Referendum nicht anerkennen, da die spanische Verfassung solche Abstimmungen nur auf gesamtstaatlicher Ebene zulässt. Ganz zu schweigen davon, dass man in Madrid nicht auf die reichste Region des Landes verzichten möchte.

Allen widrigen Umständen zum Trotz könnten die nächsten Wochen dafür sorgen, dass sich die politische Landkarte Europas erneut ändert und weitere Regionen in anderen Ländern die Loslösung aus den jeweiligen Staatsverbänden mittels Referenden in Angriff nehmen. Die erst vor wenigen Monaten durchgeführte Umfrage in Venezien (wir berichteten) liefert einen entsprechenden Vorgeschmack darauf, was einige Länder erwarten könnte.

Sollten sich beide Regionen für die staatliche Unabhängigkeit entscheiden, wären sie auch kein Teil der Europäischen Union mehr und müssten dann darüber abstimmen, ob sie überhaupt wieder Teil davon werden wollen. Als Alternative stünde ihnen auch das Schweizer Modell zu, indem die einzelnen Abkommen gesondert ausverhandelt werden ohne EU-Mitglied sein zu müssen. Welchen Weg auch immer die Bevölkerung Schottlands und Kataloniens einschlagen wird – die Ergebnisse der Referenden sollten akzeptiert werden. Auch wenn es so manchem Eurokraten oder Nationalpolitiker nicht gefällt.

Quelle : Contra Magazine

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